Argumente gegen das Zeitgeschehen 2018

In diesem Jahr veranstalten wir um Pfingsten wieder das Workshopwochenende unter dem Titel „Argumente gegen das Zeitgeschehen“. Dieses Jahr werden Workshops zu den folgenden Themen angeboten:

  • Populismus und Trump
  • Klimawandel und Energiewende
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Kritik – wie geht das?

Für weitere Infos zu dem ganzen Wochenende, Ankündiger zu den einzelnen Workshops und für die Anmeldung haben wir eine eigene Website eingerichtet: www.zeitgeschehen.net.

Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!! 🙂

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Argumente gegen das Zeitgeschehen 2017

Um Pfingsten 2017 organisieren wir das „Argumente gegen das Zeitgeschehen“: In den mehrstündigen Workshops können dort zwei der insgesamt vier Workshopthemen intensiv diskutiert werden und auch außerhalb der Workshops wird es ausreichend Gelegenheit geben, noch weitere Themen zu diskutieren, die euch unter den Nägeln brennen. Für die Workshops wird kein Vorwissen vorausgesetzt, wer Interesse hat soll einfach kommen.

Die Vorstellung der verschiedenen Workshops, die Möglichkeit, sich anzumelden und alle weiteren Infos sind unter www.zeitgeschehen.net zu finden.

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Veranstaltungen in der Orientierungswoche 2016

Dieses Jahr werden wir wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen anbieten. Wie immer sind alle Veranstaltungen voraussetzungslos und offen für alle Interessierten. Wir freuen uns auf euch.


Wie man die Ausländerfeindlichkeit von AfD und Pegida kritisieren sollte und wie besser nicht.

Dienstag, 11.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Dass es die BILD ist, die sich mit Kampagnen gegen die „Lügen“ von Pegida und AfD über Flüchtlinge massiv eingeschaltet hat, halten kritische Menschen für unglaubwürdig. Es sei doch gerade die BILD gewesen, die über Jahrzehnte massiv gegen Ausländer gehetzt und damit die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland angeheizt habe, heißt es. Das ist korrekt! Doch warum soll ihre Kehrtwende deshalb unglaubwürdig sein? Man sollte die Tagespresse wirklich nicht daran messen, ob sie wahrhaftig und treu zu „ihrer Linie“ steht. In der Tat stellt sich die BILD heute hinter den Kurswechsel, den die Merkel-Regierung 2015 eingeleitet hat. Der leuchtet dieser Zeitung als der für Deutschland heute richtige und wichtige Weg ein – warum auch immer. Mutiert die BILD damit zu einer ausländerfreundlichen Zeitung? Ist BILD wirklich dabei, die nationalistischen „Vorurteile“ gegenüber Flüchtlingen in ihrer eigenen Leserschaft zu kritisieren? Auf jeden Fall legt sie in Fettdruck unter der Überschrift: „BILD sagt wie es wirklich ist“ eine Widerlegung von „Sieben Lügen“ über Flüchtlinge vor. Das beginnt mit der „Lüge“: „Flüchtlinge nehmen uns die Jobs weg“ und endet mit der „Lüge“: „Flüchtlinge sind besonders kriminell“. Wie die BILD – und mit dieser Tour ist sie nicht allein – diese Lügen jeweils mit einem fetten „Falsch“ entlarvt, das wollen wir genauer prüfen. Unsere Behauptung lautet: Sie bestätigt den ausländerfeindlichen Nationalismus unter ihren Lesern mehr, als dass sie ihn angreift. Das wollen wir auf dem Workshop begründen und zugleich aufzeigen, wie die Parolen von AfD und Pegida zutreffend kritisiert werden sollten.

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Wahrheit – gibt es nicht! Ist das wahr?

Mittwoch, 12.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.

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Hurra, wir leben in einer Leistungsgesellschaft: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!

Donnerstag, 13.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der die Beteiligung am gesellschaftlichen Reichtum nach Verdienst und sozialer Stellung von der individuellen Leistung abhängt. So lautet ein zentraler Befund über diese Gesellschaft, der schwer für sie sprechen soll. Der Befund enthält aber noch mehr: Er gibt nicht nur den Weg an, der zur Erfüllung privater Wünsche führt, sondern urteilt auch über deren Resultate: „Jeder verdient, was er verdient“, heißt es; was nahe legt, dass man sich deswegen auch über den „Verdienst“ nicht beschweren soll, ist er doch das Resultat der eigenen Leistung. Korrigieren kann man dagegen eine materielle Lage, die weit von eigenen Vorstellungen abweicht, sehr wohl. Denn „soziale Mobilität“ gilt ebenfalls als ein Merkmal der Leistungsgesellschaft. Aufsteigen, Karriere machen geht – aber natürlich immer nur nach Maßgabe der individuellen Leistungsnachweise. Geschenkt wird einem nichts – wie das noch in der Ständegesellschaft der Fall gewesen sein soll. Einen negativen Beleg für die Unabweisbarkeit ihrer Vorstellung führen deren Vertreter auch an: Wer sich der Leistung verweigert, der kommt zu nichts! Das trifft – mit Ausnahmen – zu, kann aber folgende Rätsel nicht lösen: Wieso verteilen sich die Einkommen hierzulande wie eine Pyramide? Woraus erklären sich diese enormen Einkommensunterschiede? Leistet der Manager, der im Jahr so viel verdient, wie ein Arbeiter in seinem ganzen Leben nicht, in derselben Zeit wirklich ein Vielfaches von dem, was in der Fabrik oder im Büro gearbeitet wird? Unmöglich! Warum müssen sich die meisten der Berufstätigen mit einem Bruchteil dessen zufrieden geben, was Bessergestellte verdienen? Es besteht doch die Mehrheit der Einkommensbezieher nicht aus Leistungsverweigerern! Haben die Berufstätigen in den unteren Einkommensabteilungen kein Interesse an „sozialem Aufstieg“? Und schließlich: Warum werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer? Muss man daraus nicht den Schluss ziehen, dass sich Verdienen für die Mehrheit der Gesellschaft nicht lohnt, dass der „soziale Aufstieg“ nicht von der individuellen Leistung abhängt, dass die Unterschiede in den Einkommen doch nicht allein quantitativer Natur sind? Diese und andere Fragen sollen auf dem Workshop geklärt werden.

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Veranstaltungen in der Orientierungswoche

Ohne Titel

Auch 2015 gibt es von uns wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen. Vom 06. bis zum 08.10.2015 habt ihr wieder Gelegenheit euch in voraussetzungslosen Veranstaltungen mit interessanten Themen auseinanderzusetzen. Wir freuen uns auf euch.


Wahrheit – gibt es nicht!  Ist das wahr?

Dienstag 06.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.


Arbeiter_innen-Elend dort, weil „Geiz ist geil“ hier?
Hat Fairtrade recht?

Mittwoch 07.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Hungerlöhne in Indien, vergiftete Pflücker in Mittelamerika, unter Trümmern einer überbelegten Fabrik verschüttete Näherinnen in Bangladesch – regelmäßig kommen solche Meldungen, und alle meinen: Das muss weg! Warum gibt es dann diese Lohn- und Arbeitsverhältnisse? Wer richtet sie ein und wer gibt ihnen das Recht dazu? Warum arbeiten Menschen zu solchen Bedingungen?

Fairtrade gibt die Antwort: Kaufe bewusster, zahle mehr, dann muss das alles nicht sein. Die Ursachendiagnose heißt demnach: Wer hier drauf los konsumiert und auch noch sparen will, ist (mit)schuld an den Arbeitszuständen. Kommandiert der Konsument hier die globalen Arbeitsverhältnisse? Warum braucht er dann ein Fairtrade-Label, damit er bei damit markierten Waren zwar nicht wissen, aber glauben kann, für die brächten die globalen Handelsunternehmen „fairere“ Bezahlung zu den Produzenten? Ist fair dasselbe wie genug? Und sparen Käufer hierzulande echt aus Hemmungslosigkeit?

Diese Veranstaltung ersetzt die zuvor angekündigte VA: „Warum verhungern täglich 100.000 Menschen, egal wie du einkaufst?“


Das „Flüchtlingsproblem“: „Herausforderung“ an Patrioten

Donnerstag 08.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Massen von Flüchtlingen überwinden mit dem Mut der Verzweiflung die Grenzen der Festung Europa – und schon erstrahlt Deutschland als Europas Führungsmacht der Menschlichkeit unter der Kanzlerin als „mitfühlender Mutter Merkel“ (Syrer laut FAZ). Gute Deutsche packen mit an beim „Wir schaffen das“ (Merkel) – und da gehört es sich nicht zu überlegen, was Deutschland mit dem Schaffen der Verhältnisse zu tun hat, vor denen die Massen flüchten. Es ist auch nicht Zeit für Überlegungen, was die deutsche Politik aus den Flüchtlingen macht in den „Erstaufnahmelagern“, mit den „beschleunigten Verfahren“ und „Zugängen zum Arbeitsmarkt“. Das kann nur unser aller Gut-Deutschland sein im Kontrast zum „Dunkeldeutschland“ (Gauck) der ausländerfeindlichen Mordbrenner.

Und was ist, wenn die politische Parole vom „Flüchtlingsproblem“ und die Anteilnahme der guten Deutschen daran voll an der Sache vorbei geht?

Diese Veranstaltung ersetzt die teilweise schon angekündigte mit dem Titel „Bremen ist bunt: Farbenlehre für Patrioten“.

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Veranstaltungen 07.-10.10.2014 in Bremen

Zum Beginn des Semesters lädt der Arbeitskreis alle interessierten zu folgenden  Themen ein. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

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Dienstag, 7. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW2 B3770

„Schule ohne Bundeswehr!“ Passt Militär nicht zum deutschen Frieden? Oder ist der so kriegsträchtig und braucht Militär?

Seit die Bundeswehr Freiwillige braucht, suchen ihre Jugendoffiziere die Schulen heim. Ihr Auftrag ist ganz offen, für das deutsche Militär als höchst ehrenwerte Einrichtung Deutschlands und um frische Berufssoldaten zu werben.

Dagegen gibt es Widerstand. Die Schule sei für die Entwicklung von „Friedensgesinnung“ da, heißt es, da gehöre das Militär nicht rein. Das Werben der Bundeswehr sei Teil einer „Militarisierung unserer Gesellschaft“, die mit Blick auf den „Frieden“ höchst bedenklich sei. Überhaupt könne nicht oft genug klargestellt werden, dass zu ihrem Handwerk Krieg, Töten und Sterben gehört.

Das Letzte stimmt und wird auch von der Bundeswehr und ihrer politischen Führung nicht bestritten. Aber stimmt die Behauptung der Anti-BuWe-Aktiven, dass das Militär und sein Kriegshandwerk so ein Fremdkörper in Deutschland und seinen Schulen ist? Klar, es gehe doch um Frieden, appellieren sie. Aber ist der Frieden, wie ihn die politische Führung Deutschlands haben will, wirklich so ein Gegensatz zu Militär, Kriegsvorbereitung, ja Krieg, wie sie glauben machen wollen? Und ist es pure Heuchelei, wenn die Werbeoffiziere vom „Friedensauftrag der Bundeswehr“ reden, der bestens zur „Friedenserziehung“ der Schule passe?

https://www.facebook.com/events/1498431693730284/


 

Mittwoch, 8. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 A0160

Warum verhungern täglich 100.000 Menschen, egal wie du einkaufst?

Auch wenn gerade einmal nicht über Hungerkatastrophen und -aufstände berichtet wird, weiß jeder, dass es eine „dritte Welt“ gibt, in der es richtig beschissen zur Sache geht. Wer dort nicht verhungert, weil er gar keine Arbeit und deswegen gar keinen Lohn hat, der muss sich in aller Regel in s.g. ‚Sweatshops‘ verdingen und für westliche Unternehmen die neusten Turnschuhe, T-Shirts oder Fußbälle zusammennähen – unter den schäbigsten Bedingungen.

Einige Leute meinen die Zustände dort, hätten einiges damit zu tun, wie hier, im ‚globalen Norden‘ eingekauft und konsumiert wird: Mensch und Umwelt würde so übel mitgespielt, nur damit „wir“ konsumieren können. Um das zu ändern, empfehlen sie dem Konsumenten bewusstes Einkaufen. Er solle nur Dinge kaufen, die unter guten Bedingungen produziert wurden – das würde den Leuten dort helfen.

Dass dem nicht so ist, soll im Workshop mit einer systematischen Erklärung für das Elend im ‚globalen Süden‘ gezeigt werden. Nebenbei kommt dabei auch heraus, warum ein veränderter Einkaufszettel an der Ökonomie nichts ändert – außer dass einen paar Unternehmen jetzt ihr Geschäft mit „Fair-Trade“ machen.

https://www.facebook.com/events/782406685145530/


 

Donnerstag, 9. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 C1070

Was aus dem „Kapital“ von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum

Marx gilt heute als toter Hund oder er steht – was auf dasselbe hinausläuft – auf der Hitliste ‚Große Deutsche‘ ziemlich weit oben. An den Universitäten und im Feuilleton hat man ihn höflich ins geistesgeschichtliche deutsche Erbe eingemeindet – und zwar ebenfalls als einen Großen: Ein großer Philosoph soll er gewesen sein, ein großer Soziologe und ein großer Utopist, der sich eine schöne bessere Welt ausgedacht haben soll.

Marx selbst hätte sich dieses Lob verbeten. Er selbst sah seine Leistung einzig und allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes „Das Kapital“ ankündigt: in der „Kritik der politischen Ökonomie“ des Kapitalismus. An dem hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert: Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, für den gearbeitet wird; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktoren, also die negative Größe des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit – immerhin die größte Quelle jedes materiellen Reichtums – so statt, dass Löhne gespart und Arbeitskräfte entlassen – also Arbeiter ärmer gemacht werden

Der Vortrag will dies am Alltag des Kapitalismus demonstrieren. Über Gebrauchswert und Tauschwert, Geld und Bedürfnis, nützliche und rentable Arbeit, Arbeit und Reichtum soll es gehen –  Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinanderhalten kann, während sie tatsächlich die härtesten Gegensätze enthalten. Der Vortrag wird einführen in „Das Kapital“ und für eine Kapital-Lektüre werben, zu der sich gerade ein für alle Interessierten offener Lesekreis bildet.

>> Anmeldungen zum Lesekreis beim Vortrag oder unter kapital1@argudiss.de

https://www.facebook.com/events/319662104884136/


 

Freitag, 10. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 A0160 

Die Zivilklausel an der Uni Bremen und der Dienst der Wissenschaft am deutschen Militär

An der Uni Bremen gibts eine Zivilklausel. In der steht, dass “die Universität jede Beteiligung von Wissenschaft und Forschung mit militärischer Nutzung beziehungsweise Zielsetzung ablehnt. Forschungsthemen und -mittel, die Rüstungsforschung dienen könnten, sind öffentlich zu diskutieren und gegebenenfalls zurückzuweisen”. Aber heisst das wirklich, dass an der Uni nix für Krieg und Vernichtung getan wird? Immerhin

  • wird an der Uni lauter Zeug erforscht, das für sich gar nicht direkt kriegerisch ist, das aber dann allen zur Verfügung steht, die Geld haben, daraus etwas zu machen.
  • Und – Überraschung – darunter finden sich ganz vorne lauter Rüstungsfirmen
  • auch der Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Spezialisten in Militär und Rüstungsindustrie wird von der Uni bedient
  • die Bremer Politik macht eine Unterscheidung zwischen direkter Forschung für Rüstungsindustrie und solcher für “Sicherheits- und Konfliktforschung” im etwa Auftrag des Bundes oder der EU. Aber sind es denn die Rüstungsfirmen, die Kriege führen?

Klar, daran könnte eine Uni auch gar nicht einfach etwas ändern. Aber was sagt denn das über die Rolle von Unis in dieser Gesellschaft? Und was soll dann eine Zivilklausel? Darüber möchten wir mit euch diskutieren.

https://www.facebook.com/events/287569284766639/

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Aufzeichnung der Podiumsdiskussion „Wählen – ohne Alternative?“

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Das Bündnis dieWahl.org veranstaltete am 20.09.2013 eine Podiumsdiskussion zu Wahlen und Demokratie (Facebook) im Kulturzentrum Paradox. Es waren Dr. Christoph Spehr von der Partei “Die Linke” sowie Jonas Köper vom GegenStandpunkt auf dem Podium vertreten.

Auf archive.org findet sich die Aufzeichnung der Veranstaltung. Das Bündnis ruft dazu auf  Fragen und Einwände zur Podiumsdiskussion unter http://diewahl.org/forum/ zu diskutieren.
http://archive.org/details/whlen-OhneAlternativePodiumsdiskussion

 

 

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Podiumsdiskussion 20.09.2013 „Wählen – ohne Alternative?“

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Das Bündnis dieWahl.org veranstaltet am 20.09.2013 um 19:00 Uhr eine Podiumsdiskussion zu Wahlen und Demokratie (Facebook) im Kulturzentrum Paradox. Nach aktuellem Stand werden Dr. Christoph Spehr von der Partei “Die Linke” sowie Jonas Köper vom GegenStandpunkt auf dem Podium vertreten sein – weitere Anfragen stehen laut Bündnis aus. Die Diskussion soll möglichst schnell für die Gäste geöffnet werden. Eintritt ist wie immer kostenlos.

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Workshop: „Selber Penner!“ Wohnungslosigkeit im Kapitalismus. 27.09.13 in Wilhelmsburg

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„An Reichtum mangelt es in dieser Gesellschaft wahrlich nicht: die Schaufenster sind voll. Von Mp3-Player und Klamotten über Maschinen zur Autoproduktion bis zum Baukran und Bagger ist alles da. Gleichzeit schlafen jeden Tag Leute auf der Straße– und erfrieren dort auch regelmäßig. Wie kann es sein, dass in einer Welt, in der es riesigen Reichtum gibt, Leute überhaupt auf der Straße schlafen müssen? …“

An diesem Abend gibt der Arbeitskreis Auflösen auf Einladung des Infoladen Wilhelmsburg (Fährstraße 10) ein paar politökonomische Auskünfte zum Wohnen im Kapitalismus. Eintritt wie immer frei, Beginn 19:00 Uhr.

Das teilen dieser Veranstaltung auf Facebook und sonstwo würde uns sehr helfen.

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„Gegen Rechts argumentieren lernen“ beim Festival Contre le Racisme in Hannover

Am 10. Juni gibt es von uns einen Workshop beim Festival Contre le Racisme in Hannover:

Häufig meinen Leute, Ausgrenzung und Diffamierung wären der richtige Weg, um mit Rechten umzugehen. Deren Standpunkte werden dabei als nicht befassenswert abgetan. Dabei ist aber vollends von dem Inhalt der Argumentationen abgesehen, also nichts dagegen gesagt. Rechtsradikale Taten und Parolen müssen jedoch als das ernst genommen werden, was sie sind: eine politische Gesinnung. Für eine richtige Kritik ist es deshalb wichtig, die Rechtsradikalen in ihren Argumenten ernstzunehmen, um deren Fehler mit ihren schädlichen Konsequenzen aufzeigen zu können.

Datum: Montag 10. Juni, 19.00 Uhr
Ort: Raum V111 (Schneiderberg 50)

 

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„Selber Penner!“ – Obdachlosigkeit in der sozialen Marktwirtschaft

(Weitere Materialien zum Thema finden sich hier)

An Reichtum mangelt es in dieser Gesellschaft wahrlich nicht: die Schaufenster sind voll. Von Mp3-Player und Klamotten über Maschinen zur Autoproduktion bis zum Baukran und Bagger ist alles da. Gleichzeit schlafen jeden Tag Leute auf der Straße– und erfrieren dort auch regelmäßig. Wie kann es sein, dass in einer Welt, in der es riesigen Reichtum gibt, Leute überhaupt auf der Straße schlafen müssen? Daran, dass es zu wenig Wohnungen gibt, liegt es nicht. Und selbst wenn, gäbe es ausreichend materielle Mittel (Baustoffe, Bagger, Kräne usw.), um neue zu bauen und den Mangel aus der Welt zu schaffen.

Die Vorstellungen darüber, wieso Leute dennoch auf der Straße schlafen müssen, sind unterschiedlich. Jeder kennt Gruselgeschichten über Armutsgestalten, deren Karriere auf der Straße endet: Sie hätten Probleme mit dem Trinken, würden in Beziehungskrisen ihre Familien verlassen, oder hätten sich bei den Bemühungen um Hartz IV einfach nicht genug gekümmert.

All das macht persönliche Entscheidungen der Leute zum Grund für ihre Obdachlosigkeit. Warum selbst harmlose Schicksalsschläge regelmäßig dazu führen, dass Leute auf der Straße landen, beantwortet keine dieser Erklärungen. Ganz im Gegenteil: so wird Obdachlosigkeit auf Faulheit oder Pech zurückgeführt, also zu einer ungewöhnlichen Ausnahme erklärt. Eigentlich, so die Behauptung könnte es in dieser Gesellschaft jeder zu einem Auskommen bringen – wenn er sich denn nur genug anstrengen würde. Die Wahrheit sieht anders aus:

Obdachlose schlafen auf der Straße, weil sie – durch das vom Staat garantierte Eigentum – ganz grundsätzlich von allem ausgeschlossen sind, was sie so zum Leben brauchen, auch von Wohnungen. An die Dinge, die man für ein schönes Leben braucht, rankommen und diesen Ausschluss überwinden kann nur, wer das Geschäftsinteresse des Eigentümers, also auch des Vermieters, bedient. Ein Bedürfnis gilt in der sozialen Marktwirtschaft nichts, hat man das nötige Geld dazu nicht in der Tasche. Erst muss die Miete und die Kaution gezahlt und noch nachgewiesen werden, dass man auch in Zukunft die Miete zahlen kann. Und die Bude, in die die Möbel dann kommen, sieht auch entsprechend aus: Renovieren kostet, und gerade für ärmere Mieter lohnt sich das nicht.

Dass das Interesse des Vermieters gültig ist, dafür sorgt der Staat. Fällt die Zahlung mal aus, droht  Zwangsräumung durch Gerichtsvollzieher und Polizei. Ebenso passt der Staat darauf auf, dass sich niemand Wohnraum verschafft, der nicht dafür zahlt. Auch die Verhinderung von Hausbesetzungen fällt darunter. Dabei ist der Staat sehr grundsätzlich: Wer die Bremer Medien verfolgt, weiß, dass auch die Besetzung einer leerstehenden Spedition ein Grund für den Einsatz eines Sondereinsatzkommandos ist. Spätestens da kann man merken: Wohnen ist in dieser Gesellschaft ein Mittel fürs Vermehren von Eigentum in Form von Geld.

Egal ob man wohnen oder essen will, man ist durch staatliche Gewalt gezwungen an Geld zu kommen, weil alle Dinge Eigentum sind. Das heißt: Jemand hat die ausschließliche und damit alle anderen ausschließende Verfügungsmacht über die Dinge. Dieses Verhältnis nutzen die Eigentümer um an Geld zu kommen.

Deswegen hängt für die Menschen in dieser Gesellschaft alles davon ab, über welches Eigentum sie verfügen, auch wie und ob sie überhaupt wohnen können. Der Wohnungseigentümer kommt an Geld, indem er die Wohnung vermietet, in der er selbst nicht wohnt. Dann gibt es welche, die haben Produktionsmittel, an denen sie andere Menschen Dinge produzieren lassen, die sie als Waren gewinnbringend verkaufen. Wieder andere haben Geld, das sie Unternehmen zum Gewinnemachen gegen Zins leihen. Den meisten Menschen stehen solche Mittel nicht zur Verfügung. Sie haben kein nennenswertes Eigentum (z.B. eine Fabrik), um an Geld zu kommen. Sie sind nur Eigentümer ihrer selbst und müssen deshalb sich selbst dafür benutzen. Sie müssen ihre Arbeitskraft verkaufen – sich einen Job suchen. Sie sind also auf jemand anderen angewiesen, der ihre Arbeitskraft für seine Zwecke benutzen will. Der Lohn, den sie dafür bekommen, ist genau deswegen niedrig: Damit sie an einen Job kommen, muss sich ein Unternehmen einen Nutzen davon versprechen sie einzustellen. Dafür muss ihre Arbeit mehr Geld einbringen, als sie kostet, und zwar möglichst viel mehr. Unternehmen wollen möglichst viel und intensive Arbeit für möglichst niedrigen Lohn. Das Interesse der Arbeitgeber steht also im Gegensatz zum Interesse derer, die mit Lohn ihr Leben bestreiten müssen. Die Senkung der Löhne ist für die Unternehmen das Mittel Kosten einzusparen um höhere Gewinne zu machen. Sie lassen sich viel besser drücken, als der Preis von Maschinen oder Grundstücken: Dass der Lohn das einzige Mittel zum Leben ist und alle um die Arbeitsplätze konkurrieren müssen, macht erpressbar. Ob Lohnabhängige dieses Mittel, das zwar das einzige, aber ein extrem schädliches  und untaugliches Mittel zum Überleben ist, überhaupt benutzen können, ist extrem unsicher. Wenn die Unternehmen Lohnabhängige für nicht brauchbar zum Gewinnemachen befinden, werden sie nicht mehr eingestellt oder entlassen und haben gleich gar kein Einkommen mehr. Damit ist spätestens fraglich, ob sie überhaupt wohnen können.

An dem Prinzip ändern Sozialversicherungen oder Harz IV nichts. Solche Maßnahmen sind dafür da, Leute zu erhalten, die gerade oder dauerhaft für die Profitmacherei nicht brauchbar sind und zeigen eines deutlich: Nämlich, dass Armut und gesundheitliche Ruinierung durch die Arbeit in dieser Gesellschaft alltäglich und selbstverständlich sind. Hier springt der Staat mit seinem Sozialsystem ein, aber gar nicht so, dass die Gründe der ständigen Not aus der Welt geschafft werden. Im Gegenteil: die Verhältnisse, in denen das Elend geschaffen wird, werden betreut und am Laufen gehalten.

Genau so ist die „Hilfe“ auch bemessen: Die Verantwortlichen machen gar kein Geheimnis daraus, dass die Arbeitslosenhilfe so niedrig sein soll, dass man möglichst viele „Anreize“ bekommt einfach jeden Job anzunehmen. Mit Absicht soll die Förderung nur ein Leben am Existenzminimum ermöglichen, also zum Leben gar nicht ausreichen. Um in den Genuss dieser paar Euro zu kommen muss man als Empfänger noch eine Reihe von Gängelungen über sich ergehen lassen.

Als Langzeitarbeitsloser bekommt man das Sozialgeld nicht einfach so in die Hand gedrückt. Trotz der Tatsache, dass kein Unternehmen jetzt und in Zukunft vor hat einen wieder einzustellen, muss man ständig zeigen, dass man noch immer einen guten Willen zur Arbeit hat – bei Strafe von Leistungskürzungen. Mit der Erfüllung von Bewerbungsquoten, Besuchen von Fortbildungsmaßnahmen und hirnrissigen Motivationstrainings soll man seinen Willen unter Beweis stellen, ausschließlich Arbeit als sein Mittel zum Leben benutzen zu wollen. Auch wenn man ständig die Erfahrung macht, dass es damit gar nicht geht.

Wer diese absurde Gängelung nicht mehr aushält, der verliert seinen Anspruch auf diese merkwürdige „Hilfe“ und ist vollkommen mittellos in einer Gesellschaft, die erst Geld sehen will, bevor man was bekommt. Und damit ist endgültig klar, dass so eine Gesellschaft ohne Obdachlose nicht zu haben ist.

An diesem Punkt sollte klar sein, dass sich deine eigene ökonomische Situation gar nicht so groß von der eines Obdachlosen unterscheidet – selbst wenn du das „Glück“ hast, einen Unternehmer gefunden zu haben, der dich für seinen Profit benutzt. Eben weil die Unterworfenheit unter den Staat und die mit seiner Garantie des Eigentums gestiftete Abhängigkeit von feindlichen Interessen (Arbeitgeber, Vermieter, etc.) – nicht nur für die Leute, die wirklich ganz unten angekommen sind gilt, sondern für jeden der nicht gerade Unternehmer oder Bundeskanzler ist.

Die eigene Lage ist also Grund genug sich einmal grundsätzlicher mit den herrschenden Interessen in dieser Gesellschaft zu beschäftigen, denn sie sind es, die diesen Planeten in jeder Hinsicht so wenig wohnlich machen. Einige Hinweise und Lektüreempfehlungen dazu geben wir hier.

Anmerkungen und Kritik erreichen uns über die Kommentare, per Mail oder auf unserer Facebookseite.

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