Lesekreis: Arbeit und Reichtum

Eine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie

Wieso kommt „König Kunde“ trotz voller Schaufenster und gefüllter Läger an viele Dinge seines täglichen Bedarfs nicht heran?

Warum muss man für Geld arbeiten, obwohl es genug davon gibt und ständig mehr „geschöpft“ wird?

Weshalb stellen Arbeiter immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit her und müssen dennoch nach wie vor acht Stunden täglich und mehr für ihren Lebensunterhalt arbeiten?

Weshalb sind gesättigte Märkte kein Grund zur Zufriedenheit, sondern Stachel für Rationalisierung und Zeichen für die drohende Krise?

Wieso braucht die Wirtschaft im Kapitalismus permanent Wachstum – je mehr, desto besser?

Nullwachstum gilt als Verlust an „Wohlstand“.

Warum greift diese Produktionsweise permanent ihre eigenen Quellen, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Arbeitskraft so sehr an, dass der Staat einen immer ausufernden Arbeits-, Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutz organisieren muss?

Darüber wollen wir auf dem Workshop diskutieren. (Der Workshop ist natürlich kostenlos und voraussetzungsfrei zu besuchen.)

Wer teilnehmen will, soll sich melden unter: arbeitundreichtum@riseup.net

Start: 26./27.10.2019 in Bremen, dann 16./17.11.

Ort wird bekannt gegeben

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Podiumsdiskussion: “Wählen für Europa: Eine demokratische Pflicht oder ein großer Fehler?”

Der AStA der Uni Bremen organisiert für den 22. Mai 2019 eine sehr interessante Podiumsdiskussion:

In Europa wird gewählt und alle Kanäle sind gefüllt mit Aufrufen zur Wahl.

Das schärfste Argument für die Wahl 2019 heißt „Europas Schicksalswahl“. Parteien und Politiker*innen verschiedener europäischer Staaten, die sonst gar nicht harmonieren, rufen zu einem JA zu Europa auf – gegen äußere Mächte und innere „populistische“ Gegner. Diese Rechten, die sonst auch nicht harmonieren, rufen auch zu einem JA auf: sowieso zu ihnen, aber auch zu Europa, dem Europa „der Völker“, das sie versprechen. Beide Fraktionen der konkurrierenden Politiker*innen können und wollen mit der Macht Europas, um die sie sich bewerben, offenbar etwas anfangen. Aber wie kommen in ihren Alternativen der politischen Machtentfaltung die Wähler*innen vor? Worum geht es überhaupt bei diesen Alternativen?

Klimawandel, Migration, Grenzsicherung, Frauenrechte, Steuerflucht, Lohndumping… an all so was sollen die Wähler*innen denken, und immer nur das Gleiche denken: Dafür braucht es erstens das Staatenbündnis Europa und zweitens dafür zu wählende Politiker. Ist das einleuchtend? Sind Europas Politiker*innen nicht längst in allen diesen „Fragen“ zugange? Wo kommt der wahlwirksam dramatisch vor Augen geführte Änderungsbedarf denn her? Ist die Wahl ein Mittel der Wähler*innen, die von ihm gewünschte Änderung durchzusetzen? Ist das Wahlkreuz nicht gerade der Verzicht auf jede Einflussnahme – immerhin werden die Politiker*innen beauftragt, ganz nach ihrem Gewissen und ihrem Erfolg im Bündeln Europa zu führen? 

Oder haben solche Fragen jedes Recht verloren, weil es sonst die Rechten machen? Muss nicht gerade angesichts dieser prekären Alternative zwischen den etablierten Parteien als Vertreter*innen der EU wie es sie gibt auf der einen und den Rechten auf der anderen Seite in Europa wieder eine parlamentarische Linke groß gemacht werden? Und wenn schon keine der Parteien die perfekte Vertretung darstellt, ist es dann nicht besser ein kleineres Übel als gar nicht zu wählen?

Podiumsdiskussion: “Wählen für Europa: Eine demokratische Pflicht oder ein großer Fehler?”

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Argumente gegen das Zeitgeschehen 2019

An Pfingsten 2019 veranstalten wir wieder ein „Argumente gegen das Zeitgeschehen“: Wir laden zu dem einem verlängerten Wochenende in Großgoltern (bei Hannover) ein, bei dem insgesamt vier größere Workshops angeboten werden (jeweils zwei parallel):

Um das Wochenende einigermaßen planen zu können ist es nötig, sich vorher auf der Website www.zeitgeschehen.net verbindlich anzumelden.

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Vortragsreihe „Rechte Umtriebe“

Der AStA der Uni Bremen organisiert im Januar 2019 eine Vortragsreihe unter dem Titel „Rechte Umtriebe“ mit einigen sehr interessanten Vorträgen. Unbedingt empfehlenswert!

Rechte Umtriebe

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O-Woche 2018: „Kampf dem Klimawandel“ – Energiepolitik als Menschheitsrettung?

In der diesjährigen Orientierungswoche an der Uni Bremen wird der Arbeitskreis Auflösen diesen Workshop anbieten:

Regelmäßig finden UN-Klimakonferenzen statt – letztes Mal in Bonn. Wieder wurde die weltweite „Klimakatastrophe“ beschworen. Wieder wurde gefeiert: Fast alle Nationen stellen sich seit dem Pariser Klimaabkommen ihrer Verantwortung für dieses Menschheitsproblem. Und wieder wurde aufgetischt: Ungeachtet aller Katastrophenszenarien steigen die CO2-Emmissionen weltweit. Vor allem die „großen Industrienationen“ blasen munter weiter „Treibhausgase“ in die Luft. Auch der Gastgeber Deutschland wird seine Emissionsziele verfehlen.

Ein schreiender Widerspruch, dass sich „ausgerechnet das Land, das die Energiewende erfunden hat“ in der „internationalen Schmuddelecke“ (Weserkurier) befindet? Ein eklatantes Versagen aller Staatenlenker, die ihre „Verantwortung für den blauen Planeten“ den „Lobby-Interessen“ der Wirtschaft „opfern“ (Greenpeace), also die Rettung der Menschheit an die Profitinteressen der Industrie verraten?

Nein. Merkel zum Beispiel definiert das Menschheitsproblem anders:
„Dies alles geschieht in der Überzeugung, dass die Transformation hin zu einer emissionsarmen Wirtschaftsweise – richtig angelegt – große Wachstumschancen bietet. Erneuerbare Energien, ressourcen- und kostensparende Effizienztechnologien, klimaschonende Neuerungen im Gebäudebereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den Märkten weltweit an Bedeutung gewinnen.“ (Merkel)
Ist das „Menschheitsproblem Klima“ am Ende gar nicht das – ewig verratene – Ziel, sondern ein ebenso wohlklingender wie passend ausgreifender Zuständigkeitsanspruch für eine deutsche Standortoffensive beim Geldverdienen weltweit? Ist der Kampf um die internationale Verankerung von Klimazielen und für eine emissionsarme Wirtschaftsweise ein Mittel für nationale Wachstumsoffensiven, und ist der Dauer-Streit um diese Klimaziele und ihre Umsetzung die Konkurrenz der Nationen darum?

Dafür spricht viel. Und mancher „schreiende Widerspruch“ ist dann gar keiner. Deutschland besteht nicht nur auf seiner internationalen Vorreiterrolle in der Klimafrage und darauf, dass es für die anderen Staaten „kein Zurück“ geben darf hinter das Pariser Klimaabkommen; Deutschland besteht auch darauf, dass weiterhin ein Großteil des Stroms aus der Braunkohle, dem „Klimakiller Nummer 1“ (Weserkurier) gewonnen wird. Beides ist die Politik für Wachstum sich schuldig.

Darüber wollen wir auf dem Workshop diskutieren.

Der Workshop wird am Freitag, den 12.Oktober ab 12:00 Uhr in der Uni Bremen stattfinden im MZH 1460.

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Änderungen der Workshops beim „Argumente gegen das Zeitgeschehen 2018“

Leider müssen wir den Workshop zu Populismus und Trump absagen. Auch wir sind damit gar nicht glücklich, es lässt sich aber leider nicht ändern. Als Alternative dazu werden wir zu derselben Zeit nun einen Workshop über die Freiheit zum Demonstrieren anbieten. Den Ankündiger dazu haben wir schon hier hochgeladen.

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Argumente gegen das Zeitgeschehen 2018

In diesem Jahr veranstalten wir um Pfingsten wieder das Workshopwochenende unter dem Titel „Argumente gegen das Zeitgeschehen“. Dieses Jahr werden Workshops zu den folgenden Themen angeboten:

  • Über die Freiheit zum Demonstrieren
  • Klimawandel und Energiewende
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Kritik – wie geht das?
  • Populismus und Trump  (muss leider ausfallen)

Für weitere Infos zu dem ganzen Wochenende, Ankündiger zu den einzelnen Workshops und für die Anmeldung haben wir eine eigene Website eingerichtet: www.zeitgeschehen.net.

Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen! 🙂

 

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Argumente gegen das Zeitgeschehen 2017

Um Pfingsten 2017 organisieren wir das „Argumente gegen das Zeitgeschehen“: In den mehrstündigen Workshops können dort zwei der insgesamt vier Workshopthemen intensiv diskutiert werden und auch außerhalb der Workshops wird es ausreichend Gelegenheit geben, noch weitere Themen zu diskutieren, die euch unter den Nägeln brennen. Für die Workshops wird kein Vorwissen vorausgesetzt, wer Interesse hat soll einfach kommen.

Die Vorstellung der verschiedenen Workshops, die Möglichkeit, sich anzumelden und alle weiteren Infos sind unter www.zeitgeschehen.net zu finden.

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Veranstaltungen in der Orientierungswoche 2016

Dieses Jahr werden wir wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen anbieten. Wie immer sind alle Veranstaltungen voraussetzungslos und offen für alle Interessierten. Wir freuen uns auf euch.


Wie man die Ausländerfeindlichkeit von AfD und Pegida kritisieren sollte und wie besser nicht.

Dienstag, 11.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Dass es die BILD ist, die sich mit Kampagnen gegen die „Lügen“ von Pegida und AfD über Flüchtlinge massiv eingeschaltet hat, halten kritische Menschen für unglaubwürdig. Es sei doch gerade die BILD gewesen, die über Jahrzehnte massiv gegen Ausländer gehetzt und damit die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland angeheizt habe, heißt es. Das ist korrekt! Doch warum soll ihre Kehrtwende deshalb unglaubwürdig sein? Man sollte die Tagespresse wirklich nicht daran messen, ob sie wahrhaftig und treu zu „ihrer Linie“ steht. In der Tat stellt sich die BILD heute hinter den Kurswechsel, den die Merkel-Regierung 2015 eingeleitet hat. Der leuchtet dieser Zeitung als der für Deutschland heute richtige und wichtige Weg ein – warum auch immer. Mutiert die BILD damit zu einer ausländerfreundlichen Zeitung? Ist BILD wirklich dabei, die nationalistischen „Vorurteile“ gegenüber Flüchtlingen in ihrer eigenen Leserschaft zu kritisieren? Auf jeden Fall legt sie in Fettdruck unter der Überschrift: „BILD sagt wie es wirklich ist“ eine Widerlegung von „Sieben Lügen“ über Flüchtlinge vor. Das beginnt mit der „Lüge“: „Flüchtlinge nehmen uns die Jobs weg“ und endet mit der „Lüge“: „Flüchtlinge sind besonders kriminell“. Wie die BILD – und mit dieser Tour ist sie nicht allein – diese Lügen jeweils mit einem fetten „Falsch“ entlarvt, das wollen wir genauer prüfen. Unsere Behauptung lautet: Sie bestätigt den ausländerfeindlichen Nationalismus unter ihren Lesern mehr, als dass sie ihn angreift. Das wollen wir auf dem Workshop begründen und zugleich aufzeigen, wie die Parolen von AfD und Pegida zutreffend kritisiert werden sollten.

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Wahrheit – gibt es nicht! Ist das wahr?

Mittwoch, 12.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.

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Hurra, wir leben in einer Leistungsgesellschaft: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!

Donnerstag, 13.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der die Beteiligung am gesellschaftlichen Reichtum nach Verdienst und sozialer Stellung von der individuellen Leistung abhängt. So lautet ein zentraler Befund über diese Gesellschaft, der schwer für sie sprechen soll. Der Befund enthält aber noch mehr: Er gibt nicht nur den Weg an, der zur Erfüllung privater Wünsche führt, sondern urteilt auch über deren Resultate: „Jeder verdient, was er verdient“, heißt es; was nahe legt, dass man sich deswegen auch über den „Verdienst“ nicht beschweren soll, ist er doch das Resultat der eigenen Leistung. Korrigieren kann man dagegen eine materielle Lage, die weit von eigenen Vorstellungen abweicht, sehr wohl. Denn „soziale Mobilität“ gilt ebenfalls als ein Merkmal der Leistungsgesellschaft. Aufsteigen, Karriere machen geht – aber natürlich immer nur nach Maßgabe der individuellen Leistungsnachweise. Geschenkt wird einem nichts – wie das noch in der Ständegesellschaft der Fall gewesen sein soll. Einen negativen Beleg für die Unabweisbarkeit ihrer Vorstellung führen deren Vertreter auch an: Wer sich der Leistung verweigert, der kommt zu nichts! Das trifft – mit Ausnahmen – zu, kann aber folgende Rätsel nicht lösen: Wieso verteilen sich die Einkommen hierzulande wie eine Pyramide? Woraus erklären sich diese enormen Einkommensunterschiede? Leistet der Manager, der im Jahr so viel verdient, wie ein Arbeiter in seinem ganzen Leben nicht, in derselben Zeit wirklich ein Vielfaches von dem, was in der Fabrik oder im Büro gearbeitet wird? Unmöglich! Warum müssen sich die meisten der Berufstätigen mit einem Bruchteil dessen zufrieden geben, was Bessergestellte verdienen? Es besteht doch die Mehrheit der Einkommensbezieher nicht aus Leistungsverweigerern! Haben die Berufstätigen in den unteren Einkommensabteilungen kein Interesse an „sozialem Aufstieg“? Und schließlich: Warum werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer? Muss man daraus nicht den Schluss ziehen, dass sich Verdienen für die Mehrheit der Gesellschaft nicht lohnt, dass der „soziale Aufstieg“ nicht von der individuellen Leistung abhängt, dass die Unterschiede in den Einkommen doch nicht allein quantitativer Natur sind? Diese und andere Fragen sollen auf dem Workshop geklärt werden.

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Veranstaltungen in der Orientierungswoche

Ohne Titel

Auch 2015 gibt es von uns wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen. Vom 06. bis zum 08.10.2015 habt ihr wieder Gelegenheit euch in voraussetzungslosen Veranstaltungen mit interessanten Themen auseinanderzusetzen. Wir freuen uns auf euch.


Wahrheit – gibt es nicht!  Ist das wahr?

Dienstag 06.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.


Arbeiter_innen-Elend dort, weil „Geiz ist geil“ hier?
Hat Fairtrade recht?

Mittwoch 07.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Hungerlöhne in Indien, vergiftete Pflücker in Mittelamerika, unter Trümmern einer überbelegten Fabrik verschüttete Näherinnen in Bangladesch – regelmäßig kommen solche Meldungen, und alle meinen: Das muss weg! Warum gibt es dann diese Lohn- und Arbeitsverhältnisse? Wer richtet sie ein und wer gibt ihnen das Recht dazu? Warum arbeiten Menschen zu solchen Bedingungen?

Fairtrade gibt die Antwort: Kaufe bewusster, zahle mehr, dann muss das alles nicht sein. Die Ursachendiagnose heißt demnach: Wer hier drauf los konsumiert und auch noch sparen will, ist (mit)schuld an den Arbeitszuständen. Kommandiert der Konsument hier die globalen Arbeitsverhältnisse? Warum braucht er dann ein Fairtrade-Label, damit er bei damit markierten Waren zwar nicht wissen, aber glauben kann, für die brächten die globalen Handelsunternehmen „fairere“ Bezahlung zu den Produzenten? Ist fair dasselbe wie genug? Und sparen Käufer hierzulande echt aus Hemmungslosigkeit?

Diese Veranstaltung ersetzt die zuvor angekündigte VA: „Warum verhungern täglich 100.000 Menschen, egal wie du einkaufst?“


Das „Flüchtlingsproblem“: „Herausforderung“ an Patrioten

Donnerstag 08.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Massen von Flüchtlingen überwinden mit dem Mut der Verzweiflung die Grenzen der Festung Europa – und schon erstrahlt Deutschland als Europas Führungsmacht der Menschlichkeit unter der Kanzlerin als „mitfühlender Mutter Merkel“ (Syrer laut FAZ). Gute Deutsche packen mit an beim „Wir schaffen das“ (Merkel) – und da gehört es sich nicht zu überlegen, was Deutschland mit dem Schaffen der Verhältnisse zu tun hat, vor denen die Massen flüchten. Es ist auch nicht Zeit für Überlegungen, was die deutsche Politik aus den Flüchtlingen macht in den „Erstaufnahmelagern“, mit den „beschleunigten Verfahren“ und „Zugängen zum Arbeitsmarkt“. Das kann nur unser aller Gut-Deutschland sein im Kontrast zum „Dunkeldeutschland“ (Gauck) der ausländerfeindlichen Mordbrenner.

Und was ist, wenn die politische Parole vom „Flüchtlingsproblem“ und die Anteilnahme der guten Deutschen daran voll an der Sache vorbei geht?

Diese Veranstaltung ersetzt die teilweise schon angekündigte mit dem Titel „Bremen ist bunt: Farbenlehre für Patrioten“.

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