Europameisterschaft 2012 – Nationales Fieber: dumm und schädlich

Zeit: 22.06.2012 19:00 Uhr
Ort: Infoladen Bremen

Mit der EM veranstalten die Staaten – ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Miteinander in der Staatenkonkurrenz – einen friedlichen Wettbewerb. Hier geht es nicht um die gegenseitige Bestreitung und Ausnutzung der materiellen Staatsinteressen und auch nicht um kriegerische Auseinandersetzung. In diesem Wettstreit geht es ausschließlich um Respekt und Ehre.
Und die Menschen, die von den Staaten als Material für die Konkurrenz gegen andere Staaten eingesetzt werden, machen fröhlich mit. Als Nationalfähnchen verkleidet laufen sie zu den Spielen. Hier feiern sie ihr „Deutschsein“ und freuen sich über die vielen Gleichgesinnten, die sich ebenso „unverkrampft“ als stolze Deutsche (oder Franzosen, Polen usw.) bekennen.
Bei dieser Veranstaltung soll gezeigt werden, warum dieses fröhliche Zujubeln keineswegs eine harmlose Feier, sondern die knallharte Zustimmung zur eigenen Unterworfenheit unter eine Sache ist, die den Menschen überall Schaden zufügt.
Wer den Nationalismus aber erst in seinem Exzess und das Gemeine am Nationalismus erst dort entdeckt, wo Besoffene grölend durch die Straßen rennen und andere fertig machen, der verpasst, was der ganz alltägliche Nationalismus leistet… Nationalismus, die Parteinahme für die eigene Nation, ist nicht nur dumm sondern auch extrem schädlich.

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3 Kommentare zu Europameisterschaft 2012 – Nationales Fieber: dumm und schädlich

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  3. anton sagt:

    Danke für diese Veranstaltung! Da kann ich nur zustimmen!

    Mich interessiert, wie ihr das Phänomen anlysiert, dass neben den ganzen weiß-mehrheitsdeutschen Fahnendeppen mehr und mehr Schwarze Deutsche/ Deutsche Of Color/ Deutsche mit sogenanntem Migrationshintergrund auf Schwarz-Rot-Gold/Gelb abfahren. Mir scheint da zumindest etwas ambivalentes zu passieren: die Aneignung von „deutsch“-sein aus einer Position heraus, in der immer wieder die (Alltags-)Erfahrung gemacht wird, nicht so richtig als dazugehörig wahrgenommen zu werden – nicht so richtig deutsch zu sein. Quasi ein Bruch mit dem immer noch wirkenden rassistisch völkischen Abstammungsprinzip deutsch=weiß. Und gleichzeitig wird natürlich der ganze Nationenscheiß reprosduziert.
    Ich bin da sehr an Eurer Position interessiert.

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