Veranstaltungen 07.-10.10.2014 in Bremen

Zum Beginn des Semesters lädt der Arbeitskreis alle interessierten zu folgenden  Themen ein. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

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Dienstag, 7. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW2 B3770

„Schule ohne Bundeswehr!“ Passt Militär nicht zum deutschen Frieden? Oder ist der so kriegsträchtig und braucht Militär?

Seit die Bundeswehr Freiwillige braucht, suchen ihre Jugendoffiziere die Schulen heim. Ihr Auftrag ist ganz offen, für das deutsche Militär als höchst ehrenwerte Einrichtung Deutschlands und um frische Berufssoldaten zu werben.

Dagegen gibt es Widerstand. Die Schule sei für die Entwicklung von „Friedensgesinnung“ da, heißt es, da gehöre das Militär nicht rein. Das Werben der Bundeswehr sei Teil einer „Militarisierung unserer Gesellschaft“, die mit Blick auf den „Frieden“ höchst bedenklich sei. Überhaupt könne nicht oft genug klargestellt werden, dass zu ihrem Handwerk Krieg, Töten und Sterben gehört.

Das Letzte stimmt und wird auch von der Bundeswehr und ihrer politischen Führung nicht bestritten. Aber stimmt die Behauptung der Anti-BuWe-Aktiven, dass das Militär und sein Kriegshandwerk so ein Fremdkörper in Deutschland und seinen Schulen ist? Klar, es gehe doch um Frieden, appellieren sie. Aber ist der Frieden, wie ihn die politische Führung Deutschlands haben will, wirklich so ein Gegensatz zu Militär, Kriegsvorbereitung, ja Krieg, wie sie glauben machen wollen? Und ist es pure Heuchelei, wenn die Werbeoffiziere vom „Friedensauftrag der Bundeswehr“ reden, der bestens zur „Friedenserziehung“ der Schule passe?

https://www.facebook.com/events/1498431693730284/


 

Mittwoch, 8. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 A0160

Warum verhungern täglich 100.000 Menschen, egal wie du einkaufst?

Auch wenn gerade einmal nicht über Hungerkatastrophen und -aufstände berichtet wird, weiß jeder, dass es eine „dritte Welt“ gibt, in der es richtig beschissen zur Sache geht. Wer dort nicht verhungert, weil er gar keine Arbeit und deswegen gar keinen Lohn hat, der muss sich in aller Regel in s.g. ‚Sweatshops‘ verdingen und für westliche Unternehmen die neusten Turnschuhe, T-Shirts oder Fußbälle zusammennähen – unter den schäbigsten Bedingungen.

Einige Leute meinen die Zustände dort, hätten einiges damit zu tun, wie hier, im ‚globalen Norden‘ eingekauft und konsumiert wird: Mensch und Umwelt würde so übel mitgespielt, nur damit „wir“ konsumieren können. Um das zu ändern, empfehlen sie dem Konsumenten bewusstes Einkaufen. Er solle nur Dinge kaufen, die unter guten Bedingungen produziert wurden – das würde den Leuten dort helfen.

Dass dem nicht so ist, soll im Workshop mit einer systematischen Erklärung für das Elend im ‚globalen Süden‘ gezeigt werden. Nebenbei kommt dabei auch heraus, warum ein veränderter Einkaufszettel an der Ökonomie nichts ändert – außer dass einen paar Unternehmen jetzt ihr Geschäft mit „Fair-Trade“ machen.

https://www.facebook.com/events/782406685145530/


 

Donnerstag, 9. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 C1070

Was aus dem „Kapital“ von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum

Marx gilt heute als toter Hund oder er steht – was auf dasselbe hinausläuft – auf der Hitliste ‚Große Deutsche‘ ziemlich weit oben. An den Universitäten und im Feuilleton hat man ihn höflich ins geistesgeschichtliche deutsche Erbe eingemeindet – und zwar ebenfalls als einen Großen: Ein großer Philosoph soll er gewesen sein, ein großer Soziologe und ein großer Utopist, der sich eine schöne bessere Welt ausgedacht haben soll.

Marx selbst hätte sich dieses Lob verbeten. Er selbst sah seine Leistung einzig und allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes „Das Kapital“ ankündigt: in der „Kritik der politischen Ökonomie“ des Kapitalismus. An dem hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert: Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, für den gearbeitet wird; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktoren, also die negative Größe des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit – immerhin die größte Quelle jedes materiellen Reichtums – so statt, dass Löhne gespart und Arbeitskräfte entlassen – also Arbeiter ärmer gemacht werden

Der Vortrag will dies am Alltag des Kapitalismus demonstrieren. Über Gebrauchswert und Tauschwert, Geld und Bedürfnis, nützliche und rentable Arbeit, Arbeit und Reichtum soll es gehen –  Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinanderhalten kann, während sie tatsächlich die härtesten Gegensätze enthalten. Der Vortrag wird einführen in „Das Kapital“ und für eine Kapital-Lektüre werben, zu der sich gerade ein für alle Interessierten offener Lesekreis bildet.

>> Anmeldungen zum Lesekreis beim Vortrag oder unter kapital1@argudiss.de

https://www.facebook.com/events/319662104884136/


 

Freitag, 10. Oktober 14:00 Uhr | Uni Bremen Raum GW1 A0160 

Die Zivilklausel an der Uni Bremen und der Dienst der Wissenschaft am deutschen Militär

An der Uni Bremen gibts eine Zivilklausel. In der steht, dass “die Universität jede Beteiligung von Wissenschaft und Forschung mit militärischer Nutzung beziehungsweise Zielsetzung ablehnt. Forschungsthemen und -mittel, die Rüstungsforschung dienen könnten, sind öffentlich zu diskutieren und gegebenenfalls zurückzuweisen”. Aber heisst das wirklich, dass an der Uni nix für Krieg und Vernichtung getan wird? Immerhin

  • wird an der Uni lauter Zeug erforscht, das für sich gar nicht direkt kriegerisch ist, das aber dann allen zur Verfügung steht, die Geld haben, daraus etwas zu machen.
  • Und – Überraschung – darunter finden sich ganz vorne lauter Rüstungsfirmen
  • auch der Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Spezialisten in Militär und Rüstungsindustrie wird von der Uni bedient
  • die Bremer Politik macht eine Unterscheidung zwischen direkter Forschung für Rüstungsindustrie und solcher für “Sicherheits- und Konfliktforschung” im etwa Auftrag des Bundes oder der EU. Aber sind es denn die Rüstungsfirmen, die Kriege führen?

Klar, daran könnte eine Uni auch gar nicht einfach etwas ändern. Aber was sagt denn das über die Rolle von Unis in dieser Gesellschaft? Und was soll dann eine Zivilklausel? Darüber möchten wir mit euch diskutieren.

https://www.facebook.com/events/287569284766639/

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Ein Kommentar zu Veranstaltungen 07.-10.10.2014 in Bremen

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