Veranstaltungen in der Orientierungswoche

Ohne Titel

Auch 2015 gibt es von uns wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen. Vom 06. bis zum 08.10.2015 habt ihr wieder Gelegenheit euch in voraussetzungslosen Veranstaltungen mit interessanten Themen auseinanderzusetzen. Wir freuen uns auf euch.


Wahrheit – gibt es nicht!  Ist das wahr?

Dienstag 06.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.


Arbeiter_innen-Elend dort, weil „Geiz ist geil“ hier?
Hat Fairtrade recht?

Mittwoch 07.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Hungerlöhne in Indien, vergiftete Pflücker in Mittelamerika, unter Trümmern einer überbelegten Fabrik verschüttete Näherinnen in Bangladesch – regelmäßig kommen solche Meldungen, und alle meinen: Das muss weg! Warum gibt es dann diese Lohn- und Arbeitsverhältnisse? Wer richtet sie ein und wer gibt ihnen das Recht dazu? Warum arbeiten Menschen zu solchen Bedingungen?

Fairtrade gibt die Antwort: Kaufe bewusster, zahle mehr, dann muss das alles nicht sein. Die Ursachendiagnose heißt demnach: Wer hier drauf los konsumiert und auch noch sparen will, ist (mit)schuld an den Arbeitszuständen. Kommandiert der Konsument hier die globalen Arbeitsverhältnisse? Warum braucht er dann ein Fairtrade-Label, damit er bei damit markierten Waren zwar nicht wissen, aber glauben kann, für die brächten die globalen Handelsunternehmen „fairere“ Bezahlung zu den Produzenten? Ist fair dasselbe wie genug? Und sparen Käufer hierzulande echt aus Hemmungslosigkeit?

Diese Veranstaltung ersetzt die zuvor angekündigte VA: „Warum verhungern täglich 100.000 Menschen, egal wie du einkaufst?“


Das „Flüchtlingsproblem“: „Herausforderung“ an Patrioten

Donnerstag 08.10.2015 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 1030

Massen von Flüchtlingen überwinden mit dem Mut der Verzweiflung die Grenzen der Festung Europa – und schon erstrahlt Deutschland als Europas Führungsmacht der Menschlichkeit unter der Kanzlerin als „mitfühlender Mutter Merkel“ (Syrer laut FAZ). Gute Deutsche packen mit an beim „Wir schaffen das“ (Merkel) – und da gehört es sich nicht zu überlegen, was Deutschland mit dem Schaffen der Verhältnisse zu tun hat, vor denen die Massen flüchten. Es ist auch nicht Zeit für Überlegungen, was die deutsche Politik aus den Flüchtlingen macht in den „Erstaufnahmelagern“, mit den „beschleunigten Verfahren“ und „Zugängen zum Arbeitsmarkt“. Das kann nur unser aller Gut-Deutschland sein im Kontrast zum „Dunkeldeutschland“ (Gauck) der ausländerfeindlichen Mordbrenner.

Und was ist, wenn die politische Parole vom „Flüchtlingsproblem“ und die Anteilnahme der guten Deutschen daran voll an der Sache vorbei geht?

Diese Veranstaltung ersetzt die teilweise schon angekündigte mit dem Titel „Bremen ist bunt: Farbenlehre für Patrioten“.

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