Veranstaltungen in der Orientierungswoche 2016

Dieses Jahr werden wir wieder eine Reihe von Veranstaltungen in der Orientierungswoche an der Uni Bremen anbieten. Wie immer sind alle Veranstaltungen voraussetzungslos und offen für alle Interessierten. Wir freuen uns auf euch.


Wie man die Ausländerfeindlichkeit von AfD und Pegida kritisieren sollte und wie besser nicht.

Dienstag, 11.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Dass es die BILD ist, die sich mit Kampagnen gegen die „Lügen“ von Pegida und AfD über Flüchtlinge massiv eingeschaltet hat, halten kritische Menschen für unglaubwürdig. Es sei doch gerade die BILD gewesen, die über Jahrzehnte massiv gegen Ausländer gehetzt und damit die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland angeheizt habe, heißt es. Das ist korrekt! Doch warum soll ihre Kehrtwende deshalb unglaubwürdig sein? Man sollte die Tagespresse wirklich nicht daran messen, ob sie wahrhaftig und treu zu „ihrer Linie“ steht. In der Tat stellt sich die BILD heute hinter den Kurswechsel, den die Merkel-Regierung 2015 eingeleitet hat. Der leuchtet dieser Zeitung als der für Deutschland heute richtige und wichtige Weg ein – warum auch immer. Mutiert die BILD damit zu einer ausländerfreundlichen Zeitung? Ist BILD wirklich dabei, die nationalistischen „Vorurteile“ gegenüber Flüchtlingen in ihrer eigenen Leserschaft zu kritisieren? Auf jeden Fall legt sie in Fettdruck unter der Überschrift: „BILD sagt wie es wirklich ist“ eine Widerlegung von „Sieben Lügen“ über Flüchtlinge vor. Das beginnt mit der „Lüge“: „Flüchtlinge nehmen uns die Jobs weg“ und endet mit der „Lüge“: „Flüchtlinge sind besonders kriminell“. Wie die BILD – und mit dieser Tour ist sie nicht allein – diese Lügen jeweils mit einem fetten „Falsch“ entlarvt, das wollen wir genauer prüfen. Unsere Behauptung lautet: Sie bestätigt den ausländerfeindlichen Nationalismus unter ihren Lesern mehr, als dass sie ihn angreift. Das wollen wir auf dem Workshop begründen und zugleich aufzeigen, wie die Parolen von AfD und Pegida zutreffend kritisiert werden sollten.

-> Zu der Veranstaltung auf Facebook


Wahrheit – gibt es nicht! Ist das wahr?

Mittwoch, 12.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Das lernt man in der Schule und erst recht in der Uni: „Objektive Wahrheit“ kann es nicht geben. Immerhin würden ja alle Urteile von Subjekten gefällt, seien also bloß subjektiv. Zudem sei die Sprache kein zuverlässiges Instrument, weil jeder mit bestimmten Wörtern nur seine eigenen Vor­stellungen verbinden. Außerdem hätten alle Wissenschaftler ihre eigenen Normvorstellungen, die in ihr Denken eingehen. Wie kann es da objektive Erkenntnis geben?

Und auch das lernt man: Wer behauptet, seine Urteile würden stimmen, seien wahr, der denkt mit Sicherheit monokausal, dessen Denken ist unterkomplex und unhistorisch, reine Logelei und nicht wertfrei. Vor denen, lernt man, müsse man sich vorsehen, mit denen kann man nicht – und soll man nicht – streiten. Denen ist alles Mögliche zuzutrauen! Wer anderen nicht ihre freie Meinung lässt, verletzt schnell die Grenzen der Freiheit.

Es will aber schon als wahr gelten, was da mit Überzeugung vorgetragen wird? Verlassen sich diese Wahr­heitsbezweifler nicht selbst auf Sprache? Sind Naturwissenschaftler etwa keine Subjekte?

Diese und andere Fragen sollen im Workshop unter Benutzung von Sprache von den anwesenden Subjekten erörtert werden.

-> Zu der Veranstaltung auf Facebook


Hurra, wir leben in einer Leistungsgesellschaft: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!

Donnerstag, 13.10.2016 | 14:00 Uhr | Uni Bremen SFG 2060

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der die Beteiligung am gesellschaftlichen Reichtum nach Verdienst und sozialer Stellung von der individuellen Leistung abhängt. So lautet ein zentraler Befund über diese Gesellschaft, der schwer für sie sprechen soll. Der Befund enthält aber noch mehr: Er gibt nicht nur den Weg an, der zur Erfüllung privater Wünsche führt, sondern urteilt auch über deren Resultate: „Jeder verdient, was er verdient“, heißt es; was nahe legt, dass man sich deswegen auch über den „Verdienst“ nicht beschweren soll, ist er doch das Resultat der eigenen Leistung. Korrigieren kann man dagegen eine materielle Lage, die weit von eigenen Vorstellungen abweicht, sehr wohl. Denn „soziale Mobilität“ gilt ebenfalls als ein Merkmal der Leistungsgesellschaft. Aufsteigen, Karriere machen geht – aber natürlich immer nur nach Maßgabe der individuellen Leistungsnachweise. Geschenkt wird einem nichts – wie das noch in der Ständegesellschaft der Fall gewesen sein soll. Einen negativen Beleg für die Unabweisbarkeit ihrer Vorstellung führen deren Vertreter auch an: Wer sich der Leistung verweigert, der kommt zu nichts! Das trifft – mit Ausnahmen – zu, kann aber folgende Rätsel nicht lösen: Wieso verteilen sich die Einkommen hierzulande wie eine Pyramide? Woraus erklären sich diese enormen Einkommensunterschiede? Leistet der Manager, der im Jahr so viel verdient, wie ein Arbeiter in seinem ganzen Leben nicht, in derselben Zeit wirklich ein Vielfaches von dem, was in der Fabrik oder im Büro gearbeitet wird? Unmöglich! Warum müssen sich die meisten der Berufstätigen mit einem Bruchteil dessen zufrieden geben, was Bessergestellte verdienen? Es besteht doch die Mehrheit der Einkommensbezieher nicht aus Leistungsverweigerern! Haben die Berufstätigen in den unteren Einkommensabteilungen kein Interesse an „sozialem Aufstieg“? Und schließlich: Warum werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer? Muss man daraus nicht den Schluss ziehen, dass sich Verdienen für die Mehrheit der Gesellschaft nicht lohnt, dass der „soziale Aufstieg“ nicht von der individuellen Leistung abhängt, dass die Unterschiede in den Einkommen doch nicht allein quantitativer Natur sind? Diese und andere Fragen sollen auf dem Workshop geklärt werden.

-> Zu der Veranstaltung auf Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.