O-Woche 2018: „Kampf dem Klimawandel“ – Energiepolitik als Menschheitsrettung?

In der diesjährigen Orientierungswoche an der Uni Bremen wird der Arbeitskreis Auflösen diesen Workshop anbieten:

Regelmäßig finden UN-Klimakonferenzen statt – letztes Mal in Bonn. Wieder wurde die weltweite „Klimakatastrophe“ beschworen. Wieder wurde gefeiert: Fast alle Nationen stellen sich seit dem Pariser Klimaabkommen ihrer Verantwortung für dieses Menschheitsproblem. Und wieder wurde aufgetischt: Ungeachtet aller Katastrophenszenarien steigen die CO2-Emmissionen weltweit. Vor allem die „großen Industrienationen“ blasen munter weiter „Treibhausgase“ in die Luft. Auch der Gastgeber Deutschland wird seine Emissionsziele verfehlen.

Ein schreiender Widerspruch, dass sich „ausgerechnet das Land, das die Energiewende erfunden hat“ in der „internationalen Schmuddelecke“ (Weserkurier) befindet? Ein eklatantes Versagen aller Staatenlenker, die ihre „Verantwortung für den blauen Planeten“ den „Lobby-Interessen“ der Wirtschaft „opfern“ (Greenpeace), also die Rettung der Menschheit an die Profitinteressen der Industrie verraten?

Nein. Merkel zum Beispiel definiert das Menschheitsproblem anders:
„Dies alles geschieht in der Überzeugung, dass die Transformation hin zu einer emissionsarmen Wirtschaftsweise – richtig angelegt – große Wachstumschancen bietet. Erneuerbare Energien, ressourcen- und kostensparende Effizienztechnologien, klimaschonende Neuerungen im Gebäudebereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den Märkten weltweit an Bedeutung gewinnen.“ (Merkel)
Ist das „Menschheitsproblem Klima“ am Ende gar nicht das – ewig verratene – Ziel, sondern ein ebenso wohlklingender wie passend ausgreifender Zuständigkeitsanspruch für eine deutsche Standortoffensive beim Geldverdienen weltweit? Ist der Kampf um die internationale Verankerung von Klimazielen und für eine emissionsarme Wirtschaftsweise ein Mittel für nationale Wachstumsoffensiven, und ist der Dauer-Streit um diese Klimaziele und ihre Umsetzung die Konkurrenz der Nationen darum?

Dafür spricht viel. Und mancher „schreiende Widerspruch“ ist dann gar keiner. Deutschland besteht nicht nur auf seiner internationalen Vorreiterrolle in der Klimafrage und darauf, dass es für die anderen Staaten „kein Zurück“ geben darf hinter das Pariser Klimaabkommen; Deutschland besteht auch darauf, dass weiterhin ein Großteil des Stroms aus der Braunkohle, dem „Klimakiller Nummer 1“ (Weserkurier) gewonnen wird. Beides ist die Politik für Wachstum sich schuldig.

Darüber wollen wir auf dem Workshop diskutieren.

Der Workshop wird am Freitag, den 12.Oktober ab 12:00 Uhr in der Uni Bremen stattfinden im MZH 1460.

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